Rosskastanien bluten….

Gefräßige Bakterien befallen Rosskastanien: Das Bakterium Pseudomonas syringae pv. aesculi lässt in Nordrhein-Westfalen viele Kastanien sterben. Gegen das Bakterium gibt es kein wirksames Mittel.

Ps. syringae lässt Rosskastanien „bluten“: Die Erkrankung eines Baumes ist an schwarzen oder verkrusteten Stellen an der Rinde des Stammes zu erkennen. „Die austretende Flüssigkeit ist eine Abwehrreaktion des Baums“, erläutert Bernhard Rüb von der Landwirtschaftskammer NRW. Auch helleres Laub oder das Absterben der Kronen deuten auf einen Befall hin. „Die Bäume faulen und müssen gefällt werden“, sagte Rüb. „Wenn der Baum an einer Straße steht, können Sie nicht warten, bis er auseinanderfällt.“

Der Erreger war erstmals 2006 in Nordrhein-Westfalen an Rosskastanien nachgewiesen worden. Wie die Kastanie selbst ist er in Deutschland nicht heimisch, sondern eingewandert. „Wenn man Pflanzen importiert, kommen die Krankheiten und Schädlinge hinterher“, sagte Rüb. In den vergangenen Jahren hatte der Pflanzenschutzdienst der Landwirtschaftskammer aber wieder weniger Befall beobachtet. „Ich dachte schon, das wäre erledigt.“
Kastanien haben ohnehin mit Feinden wie etwa der Miniermotte zu kämpfen, durch die sich Blätter gelb färben. Von Bäumen, die es besonders schlimm trifft, fallen schon im Spätsommer erste Blätter ab. Wer verhindern will, dass die gefräßigen Motten sich vermehren, muss das Kastanienlaub schnell zusammenkehren.
Link zu einem informativen Beitrag in der 3sat Mediathek.