Der Wald im Ofen

Energie aus Pellets ist nicht immer nachhaltig: Aus den USA importierte Holzpellets haben eine schlechte Klimabilanz. „Bei diesem Energieverbrauch könnte man genauso gut Kohle verbrennen“, sagt Umweltforscherin Deborah Lawrence.

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Weil Brennholz vergleichsweise günstig ist, heizen immer mehr Menschen in Deutschland ihr Heim mit Hackschnitzeln oder Pellets. Nach Angaben des Statistischen Bundesamtes werden jährlich mehr als 50.000 Öfen hergestellt, Tendenz steigend. „Holz wird als Brennstoff immer beliebter“, sagt der Geschäftsführer des Bayerischen Waldbesitzerverbandes, Hans Baur.Mittlerweile geht ein Drittel des Holzes aus deutschen Wäldern direkt in die energetische Verwertung.

Die Umweltstiftung „World Wide Fund for Nature“ (WWF) hat vor dem dramatischen Verschwinden der Wälder weltweit gewarnt. Wenn das Abholzen so weitergehe wie bisher, drohe der Erde nach einer Studie bis zum Jahr 2050 ein Verlust von 230 Millionen Hektar, teilte der WWF mit. Das ist eine Fläche von der siebenfachen Größe Deutschlands. Eine solche Entwicklung hätte weltweit erhebliche negative Folgen für Klima, Artenvielfalt und die wirtschaftliche Entwicklung. Wälder sorgten für saubere Luft, verhinderten Erosionen und verbesserten die Bodenqualität. Sie filterten und speicherten Trinkwasser. Zudem hingen viele Unternehmen von ihrer Nutzung ab.
Nach Ansicht der UN-Organisation für Landwirtschaft und Ernährung FAO wird immer noch unterschätzt, wie wichtig die Wälder im Kampf gegen die Folgen des Klimawandels sind. Gegen das Roden von Mangrovenwäldern vorzugehen, würde Küstenregionen mehr vor starken Stürmen und Tsunamis schützen. Aufgeforstete Wälder könnten den von Dürreperioden bedrohten armen Weltregionen helfen. Zudem sollten Bäume weltweit stärker für ein „grüneres Wirtschaften“ eingesetzt werden. Die Holzindustrie brauche „innovative Wege für eine soziale und ökologische Nachhaltigkeit“.

  • Der Wald nimmt in Deutschland 30 Prozent der Bodenfläche ein. Nach Angaben des Bundesministeriums für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz sind es derzeit 11,1 Millionen Hektar. Die waldreichsten Flächenländer sind mit 42 und 40 Prozent Rheinland-Pfalz und Hessen.
  • Weltweit werden jährlich 13 Millionen Hektar Wald vernichtet.
  • 29 Prozent der Waldfläche sind im Besitz der Länder (Staatswälder) und 44 Prozent Privateigentum. Der Bund hat 410.000 Hektar Wald vorwiegend zur militärischen Nutzung.
  • 2,6 Millionen Hektar (23 Prozent) Waldfläche liegen in Schutzgebieten.
  • 58,1 Prozent des gesamten Baumbestands sind Nadelbäume.
  • Mit 28,2 Prozent stellt die Fichte den größten Anteil der Baumarten, gefolgt von Kiefer (23,3), Buche (14,8) und Eiche (9,6).
  • 38 Prozent der Bäume waren 2010 gesund, im Waldzustandsbericht heißt dies, sie waren „im Durchschnitt aller Baumarten ohne Kronenverlichtung, also ohne Nadel- oder Blattverlust“. 2009 lag dieser Wert noch bei 36 Prozent und 2008 bei 31 Prozent.

Quelle 3Sat